Allgemeine Informationen

Dänemark liegt geographisch zwischen 54° und 58° nördlicher Breite und 8° und 15° östlicher Länge. Zusammen mit dem eigentlichen Dänemark bilden die Färöer Inseln und Grönland eine Reichsgemeinschaft.

Dänemark besteht aus der Halbinsel Jütland und ca. 406 Inseln, von denen etwa 78 bewohnt sind (2003). Größte und bevölkerungsreichste Inseln sind Seeland mit der Hauptstadt Kopenhagen, Fünen und die nordjütländische Insel nördlich des Limfjords.

Die Nordsee bildet Dänemarks natürliche Grenze nach Westen, während die Inseln die Ostsee vom Kattegat trennen.

Die dänischen Inseln liegen damit auf der Schifffahrtsroute von der Ostsee zu den Weltmeeren und zugleich auf dem Verkehrsweg von den nordischen Ländern nach Mitteleuropa. Diese Lage hat im Laufe der Geschichte des Landes die Bedingungen für die Entwicklung sowohl bezüglich Handel als auch Politik und militärischer Strategie geprägt.

Auf Verwaltungsebene ist das Land in 13 Kreise (amter) und 271 Gemeinden (kommuner) eingeteilt, von denen zwei (Kopenhagen und Frederiksberg) kreisfreie Gemeinden sind.

Spätestens im 10. Jahrhundert wurde Dänemark zu einem Reich vereinigt. Seitdem ist es ein autonomes Land und damit einer der ältesten Staaten Europas.

Die Regierungsform ist eine parlamentarische Demokratie mit einem Monarchen als Staatsoberhaupt. Das Wirtschaftssystem ist kapitalistisch (wirtschaftlich liberal) mit privatem Besitz an Unternehmen und Produktion. Der Staat und andere öffentliche Behörden üben jedoch in erheblichem Umfang regulierende Funktionen aus und bieten den Bürgern umfassende Leistungen.

Dänemark ist ein hochentwickelter Industriestaat. Der Lebensstandard ist im internationalen Vergleich hoch, und die Unterschiede zwischen Reich und Arm fallen geringer aus als in vielen Ländern, mit denen Dänemark traditionell verglichen wird.

Dänemark ist Mitglied der Europäischen Union. Aufgrund seiner Nähe zu Deutschland hat sich das Land wirtschaftlich und politisch traditionell nach Süden orientiert, aber eine enge Zusammenarbeit mit Schweden, Norwegen, Finnland und Island, mit denen Dänemark eine Passunion bildet, verbindet Dänemark auch mit dem Norden.

Das Land hat eine Küstenlinie von insgesamt rund 7 300 km und eine Landesgrenze zu Deutschland von 68 km Länge. Mit einer höchsten Erhebung von nur 173 m ü.d.M. ist Dänemark ein ausgesprochen flaches Land, aber mit einer hügeligen und abwechslungsreichen Landschaft; unberührte Natur ist nur selten zu finden und fast überall ist ihr Aussehen vom Eingriff des Menschen geprägt.

Nur auf der Insel Bornholm gibt es Grundgebirge, ansonsten ist das Land von fruchtbaren Lehmböden und versandeten Moränenlandschaften geprägt.

Dänemark ist arm an mineralischen Rohstoffen. Allerdings wird in erheblichem Umfang Kalk zur Zementherstellung abgebaut, und die Gewinnung von Öl und Gas aus der Nordsee ist größer als der nationale Verbrauch dieser Rohstoffe.

Der größte Teil des Landes, etwa 66 %, ist Nutzungsfläche. Laub- und Nadelwälder machen 12 % aus, Wiesen, Heiden, Marschen, Moore, Dünen und Seen rund 10 %. Die restlichen rund 12 % sind Bebauungs- und Verkehrsflächen. Es herrscht ein gemäßigtes Klima, und die Niederschläge reichen zur Deckung des Wasserbedarfs.

Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 5,398 Mill., die Bevölkerungsdichte beträgt rund 125 pro km2. Einwanderer und deren Nachkommen machen etwa 442 000 aus, davon kommen 230 000 aus Europa; außerdem gibt es eine kleine deutsche Minderheit in Südjütland.

Die Landessprache ist Dänisch, und die große Mehrheit wird durch die Taufe Mitglied der evangelisch-lutherischen Volkskirche. Dänemark ist daher in nationaler und kultureller Hinsicht sehr homogen.

85 % der Bevölkerung leben in Städten. Die Hauptstadtregion Kopenhagen zählt rund 1,09 Mill. Einwohner. Zweitgrößte Stadt ist Århus mit 222 559 Einwohnern. Im Übrigen erstreckt sich über das gesamte Land ein Netz mittelgroßer Städte.

Dänemark hat eine gutentwickelte Landwirtschaft und erzeugt einen erheblichen Überschuss an weiterverarbeiteten Lebensmitteln, der in andere Länder exportiert wird. Im Verhältnis zur Größe des Landes ist die Industrieproduktion sehr vielseitig. Zu den Produkten, die Dänemark international bekannt gemacht haben, zählen Bier, Arzneimittel, Möbel, Schiffe, Windkraftanlagenund Waren aus der modernen Metallindustrie.

Sowohl die Landwirtschaft als auch die Industrie sind sehr effizient. Landwirtschaft und Fischerei beschäftigen nur rund 3,7 %, Industrie und Bauwirtschaft 24 % der Bevölkerung. Die Übrigen 72 % sind im Dienstleistungsbereich tätig, davon 31 % im öffentlichen Sektor und 41 % in der privaten Wirtschaft, u.a. in der traditionsreichen Schifffahrt.

Dänemark hat eine gute Verkehrsstruktur. Das Straßennetz ist überall im Lande gut ausgebaut, der Eisenbahn- und Flugverkehr gewährleistet schnellen Transport und die Inseln sind durch Fährlinien und viele Brücken miteinander verbunden.

Der Kopenhagener Flughafen Kastrup ist der größte internationale Airport des Landes und zugleich Knotenpunkt für den Flugverkehr zwischen Dänemark und den anderen skandinavischen Ländern.

Dänemark hat ein offenes Wirtschaftssystem, und der Handel mit dem Ausland spielt eine wichtige Rolle. Die Ein- und Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen machen rund 37 % bzw. 43 % des dänischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) (2003) aus. Etwa 70 % des Außenhandels wird mit den anderen EU-Ländern abgewickelt; der Rest verteilt sich auf eine Vielzahl von Handelspartnern, die wichtigsten davon sind die USA und Norwegen.

Quelle: Victor Andersen, Gyldendal Leksikon

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